18. November 2008
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Meerforellen kommen in den Neckar
Erster Erfolg am neuen Fischpass in Ladenburg

Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Karlsruhe, 19.12.2006 

Regierungsvizepräsident Eberhard Wurster und der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Heidelberg, Ernst-Udo Lenz, überließen 2005 den neuen Fischpass an der Staustufe Ladenburg seiner Bestimmung - oder besser gesagt den im Neckar vorhandenen wanderfreudigen Fischen. Der alte Fischpass wurde im Sommer 2002 durch zwei Hochwasserwellen zerstört.
Inzwischen stellten der Badische Sportfischerverband und seine Mitgliedsvereine die Kontrolleinrichtung für die Fischwanderung am Fischpass fertig. In zahlreichen ehrenamtlichen Stunden erarbeiteten die Fischer nun eine Möglichkeit, um die Funktion des Fischpasses zu prüfen und die Aufwärtswanderung von Fischen in Richtung Heidelberg zu kontrollieren. Mit Hilfe von zwei Reusenkästen können die auf- und absteigenden Fische gefangen, bestimmt und gezählt werden.

Der offizielle Start für die Untersuchungen soll unter Koordination des staatlichen Fischereiaufsehers Dieter Herold im kommenden Frühjahr beginnen.
Jetzt hatten die Fischer bei einem Probelauf der Reuse vor wenigen Tagen echtes „Anglerglück“. Sie konnten eine stattliche Meerforelle abfangen, die auf dem Weg zu ihrem Laichgebiet war. Der aus der Nordsee über den Rhein bis Ladenburg eingewanderte Fisch war eine Dame und trug einen mit Eiern prall gefüllten Bauch mit sich. Es ist seit längerem kein Geheimnis, dass Meerforellen und andere interessante Fischarten im Neckar zwischen Ladenburg und Heidelberg ablaichen. Es ist weiterhin bekannt, dass einige Fische auch noch weiter neckaraufwärts wandern wollen.
So war die Itter bei Eberbach vor noch etwa 100 Jahren das beste Lachsgewässer im unteren Neckar. Aber auch flussaufwärts bis Stuttgart liegen interessante Gebiete und Nebengewässer für die sogenannten Mittel- und Langdistanzwanderfische. Im Kocher und in der Jagst liegen ebenfalls günstige Lebensräume für Flussfische vor.

Die Fischereibehörde des Regierungspräsidiums Karlsruhe wertet diesen eher zufälligen Fang als großen Erfolg. „Ich glaube, wir können uns im Frühjahr und in der Folgezeit auf große Fischmengen freuen und uns auf so manchen interessanten Fang gefasst machen“, so Dr. Frank Hartmann, Leiter der Fischereibehörde.
Wesentlich ist für ihn, dass die Fischerei mit der Fangeinrichtung Ladenburg ein Instrument besitzt, mit dem sie die Entwicklung des Fischbestandes im Neckar beobachten und den Fischaufstieg aus dem Rhein bewerten kann.
Mit der Meerforelle wurde auch noch ein Lachs gefangen. Beide Fische stehen unter strengem Artenschutz. Sie wurden wieder munter in ihr Element entlassen - in der Hoffnung auf ein Wiedersehen.


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