21. August 2008
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Aalsterben in Bodensee und Rhein im Hitzesommer 2003

Im Rhein und im Bodensee, aber auch in Baggerseen, wird momentan ein Aalsterben beobachtet.
Aufgrund der niedrigen Pegelstände in den Flüssen und des temperaturbedingten geringen Sauerstoffgehalts des Wassers herrschen landesweit z.T. grenzwertige Bedingungen für die Fischfauna.

So ist jetzt die sogenannte Rotseuche (=Süßwasserseuche) der Aale festgestellt worden. Schwerpunktmäßig im Rhein wurden auf vielen Kilometern tote Aale gefunden.

Die Rotseuche wurde in den Flüssen Mitteleuropas seit 1928 registriert. Sie kann zu allen Jahreszeiten auftreten, abhängig von der Widerstandskraft der Tiere. Besonders häufig bei erhöhten Wassertemperaturen.
Die Erreger sind Bakterien aus der Gattung z.B. Aeromonas und Pseudomonas und es erkranken nur Aale. Diese Keime sind jedoch immer im Wasser vorhanden und verursachen nicht zwingend eine Erkrankung, sondern treten erst als Krankheitserreger auf, wenn der Fisch schon vorgeschädigt ist.
Die Haut der befallenen Fische zeigt dann punkt- oder flächenförmige Rötungen (daher der Name Rotseuche), gelegentlich auch Geschwüre. Kurz vor dem Verenden hängen die Fische in gekrümmter Haltung an der Wasseroberfläche. Es gibt aber auch Fälle ohne äußere Symptome, die Aale fallen dann lediglich durch träges Schwimmen auf.

Derzeit haben die Fische einen erhöhten Stress, verursacht unter anderem durch die hohen Wassertemperaturen, niedrige Wasserstände, geringe Sauerstoffkonzentrationen und starke Schwankungen des pH-Wertes des Wassers. Diese und weitere Faktoren führen zu einer Schwächung des Immunsystems der Fische. Dies macht sie besonders anfällig für Bakterieninfektionen. Aale sind deshalb besonders betroffen, weil sie durch ihre bodenorientierte Lebensweise in jenen Gewässerbereichen leben, die besonders hohe Bakterienkonzentrationen aufweisen.

Eine Behandlung im Freiwasser ist nicht möglich. Vorbeugend sind optimale Wasserverhältnisse.
Mit Abkühlung des Wassers klingt das Krankheitsgeschehen ab.

Aalsterben konnten in zurückliegenden Jahren immer wieder beobachtet werden, allerdings in sehr viel geringerem Ausmaß. Durch die lange Hitzeperiode im Sommer 2003 allerdings ist das Aalsterben in diesem Jahr extrem stark.



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