Funktionskontrollen an Fischaufstiegen
Beim Bau der Fischaufstiegsanlage am Wehr in Endersbach (Rems) im Jahr 2005 kam erstmals ein frei hängender Borstenfischpass in Kombination mit einem Raugerinne-Beckenpass zum Einsatz. Für eine derartige Anlage gab es bisher keine ausreichenden Erfahrungswerte hinsichtlich der Funktionsfähigkeit. Daher vergab der Verband für Fischerei und Gewässerschutz in Baden-Württemberg den Auftrag, hier Funktionskontrollen durchzuführen. Zum Vergleich wurden zwei weitere in den Jahren 2003 und 2004 an den Wehren in Kirchberg (Murr) und Plüderhausen (Rems) errichtete Verbindungsgewässer näher betrachtet.
Ziel der Untersuchung war eine biologische Funktionsbewertung der Anlagen über Reusenkontrollen. Mögliche Defizite sollten benannt und Vorschläge für Verbesserungsmaßnahmen formuliert werden. Elektrobefischungen im Unterwasser sowie in den Anlagen selbst lieferten Daten zum aktuellen Fischbestand in den Untersuchungsgewässern. Technische und hydraulische Daten zu den Aufstiegsanlagen standen über die Anträge zur wasserrechtlichen Bewilligung zur Verfügung.
Im Ergebnis waren für die Qualitätsmerkmale „Aufstiegszahl“ und „Artenselektivität“ Defizite festzustellen, die sowohl auf Probleme bei der Durchwanderbarkeit als auch bei der Auffindbarkeit zurückzuführen sind. So fehlten Kleinfischarten wie Elritze und Ukelei in den Reusenfängen. Für kleinere Exemplare ist die Überwindung der genannten Teilstrecken mit hohen Fließgeschwindigkeiten sicherlich problematisch. Zur Funktionsoptimierung sollte der Einlaufbereich umgebaut und eine Weiterführung des Borstenfischpasses bis in das Oberwasser angestrebt werden. Zudem ist eine Verringerung des Gefälles im unteren Abschnitt des Raugerinne-Beckenpasses notwendig. Bei Umbauarbeiten sollten auch dringend die Strömungsverhältnisse im Auslaufbereich der Fischaufstiegsanlage optimiert werden, um eine bessere Auffindbarkeit insbesondere für strömungsliebende Arten zu gewährleisten. Um einen durchgehenden Wanderkorridor zu schaffen und mögliche Sackgasseneffekte zu minimieren muss die Aufstiegsanlage uferabgewandt im spitzen Winkel in die Hauptströmung der Rems einmünden.
Die Untersuchungen wurden durchgeführt von einem externen Gutachterbüro. Eine fachliche Betreuung erfolgte durch die Fischereibehörde Regierungspräsidium Stuttgart, Planung und Bau der verwendeten Reusen durch die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg. Die Reusenkontrollen wurden durchgeführt vom ASV Kirchberg und der Fischereiaufsicht im Landkreis Rems-Murr.
Gefördert mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg (Fischereiabgabe).

Funktionskontrolle Fischaufstieg in der Rems








